Was in jedes Handwerker-Angebot gehört
Für Angebote gibt es zwar kein vorgeschriebenes Standardformular. Trotzdem sollten alle wichtigen Angaben auf Anhieb verständlich sein, damit dein Kunde Leistungen und Kosten sicher einordnen kann. In der Praxis hat sich folgender Aufbau bewährt:
- Deine Firmendaten, Steuernummer bzw. USt-IdNr. und Kontakt
- Kundendaten und – wichtig – die Adresse der Baustelle, wenn sie abweicht
- Angebotsnummer und Datum
- Positionen mit Beschreibung, Menge, Einheit, Einzel- und Gesamtpreis
- Netto-Summe, Umsatzsteuer und Brutto-Summe
- Bindefrist des Angebots, geplanter Ausführungszeitraum, Zahlungsziel
- Hinweis auf verwendetes Material und wer es stellt
In fünf Schritten zum fertigen Angebot
- Leistung genau beschreiben: Halte Gewerk, Umfang, Fläche oder Stückzahl, geplantes Material und die Situation vor Ort so konkret wie möglich fest.
- Positionen mit Menge und Einheit anlegen: Führe jede Leistung in einer eigenen Zeile mit Menge, Einheit – etwa Stunde, m², lfm oder Stück – und Einzelpreis auf.
- Stundensatz und Material kalkulieren: Nutze deinen betrieblichen Stundensatz, berücksichtige die Anfahrt und kalkuliere aktuelle Materialpreise samt Aufschlag.
- Gültigkeit, Zahlungsziel und Steuer ergänzen: Ergänze Bindefrist und Zahlungsziel. Weise außerdem die Umsatzsteuer aus oder nenne die Kleinunternehmerregelung.
- Angebot als PDF versenden und nachfassen: Versende das fertige PDF per E-Mail oder WhatsApp und hake nach einigen Tagen freundlich beim Kunden nach.
Stundensatz und Material realistisch kalkulieren
Ein häufiger Kalkulationsfehler besteht darin, nur den reinen Lohn anzusetzen. In deinen Stundensatz gehören auch Fahrzeit, Werkzeug, Versicherungen, Büroaufwand und unproduktive Zeiten. Ein angemessener Puffer schützt zusätzlich vor ungeplanten Nacharbeiten. Beim Material sollte dein Aufschlag außerdem Beschaffung, Transport und Lagerung abdecken.
Für wiederkehrende Arbeiten lohnt sich eine eigene Preisliste. Damit erstellst du neue Angebote schneller und setzt vergleichbare Leistungen nicht versehentlich zu unterschiedlichen Preisen an.
Wie lange ist ein Angebot bindend?
Mit der Abgabe bist du grundsätzlich bis zum Ende der Annahmefrist an dein Angebot gebunden. Formuliere deshalb eine klare Bindefrist, zum Beispiel „gültig 14 Tage ab Angebotsdatum“. Bei stark schwankenden Materialkosten kann zusätzlich ein transparenter Preisvorbehalt sinnvoll sein. Fehlt eine Frist, könnte die Zusage erst deutlich später kommen, obwohl deine Einkaufspreise inzwischen gestiegen sind.
Angebot direkt auf der Baustelle erstellen
Wer Notizen erst am Abend überträgt, erledigt dieselbe Arbeit oft zweimal. Schneller geht es direkt vor Ort: Leistungen einsprechen, Fotos ergänzen, die vorgeschlagenen Positionen kontrollieren und anschließend das PDF versenden. handwerkerzettel arbeitet dabei mit deinen hinterlegten Preisen. Vor dem Versand prüfst und änderst du nur noch die Punkte, die vom üblichen Auftrag abweichen.
